Abschnitt 89 der NIS2-Richtlinie empfiehlt Organisationen, Zero-Trust-Prinzipien einzuführen, um ihre gesamte Sicherheitslage zu verbessern. Traditionelle Zero-Trust-Modelle vernachlässigen jedoch häufig die Backup-Umgebung.
Zero Trust Data Resilience (ZTDR) ist ein umfassender Ansatz zum Datenschutz, der Zero Trust auf Ihre Wiederherstellungssysteme ausweitet. Er umfasst zentrale Elemente wie die Trennung von Backup-Software und Backup-Speicher, die Einrichtung mehrerer Resilienz-Zonen sowie die verpflichtende Nutzung unveränderbarer und verschlüsselter Speicher.
ZTDR ist von entscheidender Bedeutung, da es ein robustes, von möglichen Sicherheitsverletzungen ausgegangenes Rahmenwerk bietet, das direkt die Resilienz und Verantwortlichkeit unterstützt, die NIS2 fordert.
Überraschenderweise wird der Begriff „Unveränderbarkeit“ in der NIS2-Richtlinie nicht explizit erwähnt. Dennoch ist der wichtigste Aspekt des Datenschutzes die Wiederherstellungsfähigkeit, und Unveränderbarkeit garantiert diesen Wiederherstellungspfad.
Die in Artikel 21 der NIS2-Richtlinie festgelegten Cybersecurity-Maßnahmen erwähnen zwar direkt den Datenschutz, Cyber-Hygiene und Verschlüsselung, doch all diese Maßnahmen können kompromittiert werden.
Im Gegensatz dazu erhöht ein unveränderbares Speichersystem, das den ZTDR-Best Practices folgt – beispielsweise Null-Zugriff auf Root, inhärente architektonische Segmentierung und die Nutzung von S3 Object Lock im Compliance-Modus – die Resilienz erheblich.
Um die Wiederherstellung zu garantieren, ist absolute Unveränderbarkeit erforderlich, sodass niemand – weder privilegierte Administratoren noch Angreifer – Daten ändern oder löschen kann.
Die Richtlinie betont mehrfach die Bedeutung einer Wiederherstellungsstrategie, einschließlich eines reaktionsfähigen Wiederherstellungsplans und der Durchführung von Wiederherstellungssimulationen, bevor ein Angriff eintritt.
Wir empfehlen allen betroffenen Organisationen, ihre aktuellen Datensicherungsumgebungen zu evaluieren und Test-Wiederherstellungsszenarien durchzuführen, um die tatsächlichen Recovery Point Objectives (RPO) und Recovery Time Objectives (RTO) realistisch einzuschätzen.
Zu verstehen, wie weit zurück man im Ernstfall Daten wiederherstellen muss und wie lange die Wiederherstellung dauern wird, ist ein entscheidender Bestandteil der Reaktionsfähigkeit, die NIS2 vorschreibt.